Was ist Spam eigentlich genau?

Als Spam werden Emails und andere digitale Nachrichten bezeichnet, die in Masse und vor allem unverlangt abgeschickt werden. Dabei handelt es sich zumeist um werbende Inhalte.

Der Ursprung des Begriffes liegt wahrscheinlich im 2. Weltkrieg und geht auf das bereits 1936 eingeführte Dosenfleisch Spiced Ham zurück, welches auf der Konservendose groß die Buchstaben „SPAM“ führte. Während des Krieges wurden die Lebensmittel in Großbritannien rationalisiert, Spam war jedoch fast überall erhältlich und konnte in fast jedem Geschäft gefunden werden. Ein Sketch aus der Comedy-Show „Monty Python’s Flying Circus“ sorgte dafür, dass den Menschen in Großbritannien das Dosenfleisch noch weiter im Gedächtnis blieb. In diesem Sketch bestand die Speisekarte eines Cafés fast ausschließlich aus Gerichten mit Spam. Wann immer Charaktere diesen Begriff nannten, sang ein Chor aus Wikingern lauthals ein Lied, dessen Text ebenso fast nur aus dem Wort „Spam“ bestand. Im digitalen Bereich wurde der Begriff zum ersten Mal in den Computerspielen der Art „Multi User Dungeons“ verwendet und bezeichnete hier das Verhalten mancher Nutzer, den Chat mit Texten zu überschwemmen. Diese Spiele entstanden in den 1970er Jahren.

Die erste Spammail wurde als solche zuerst nicht bezeichnet. In dieser ging es um die Werbung für einen neuen Computer der Digital Equipment Corporation und wurde von Gary Thuerk auf dem ARPANET versendet. Das war im Jahre 1978. Die Mail sorgte für negative Reaktionen, denn Gary ließ seinen Assistenten Carl Gartley die Mail an 393 Empfänger verschicken. Damals war es noch üblich, für jeden einzelnen Empfänger eine neue Mail zu schreiben. Der erste bekannte elektronische Kettenbrief wurde schließlich 1988 versandt. Er trug den Titel „Make Money Fast“ und war nichts weiter als ein Schneeballsystem, von dem letztlich nur der unbekannte Sender der Mail profitierte.

1994 sandten die Anwälte Laurence Canter und Martha Siegel mittels eines Programms massenhaft Nachrichten über Usenet. Dies wurde als „Green Card Spam“ bekannt. Bei diesen Mails ging es darum, dass Teilnehmer eine Green Card für den permanenten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten gewinnen konnten. Der Spam richtete sich also an Nicht-US-Bürger. Hierbei handelte es sich um eine Lotterie. Die Mail wurde an 5.500 Usenet-Nutzern versandt. Laurence Canter und Martha Siegel gründeten später das Unternehmen Cybersell, welches „spam for hire“ anbot.

Bis heute bleibt der Email-Spam die meistgenutzte Spamart. Zur Eigenart des Emailspams gehört, dass diese unaufgefordert gesandt werden. Beim Emailspam unterscheidet man zusätzlich zwischen Massen-Emails, kommerziellem Spam und dem „Kollateralen Spam“. Massen-Emails werden dadurch definiert, dass sie an eine hohe Zahl an Empfängern gesandt wird. Massen-Emails sind zumeist Teil einer Marketing-Aktion, können aber auch politisch oder religiös motiviert sein. Kommerzieller Spam wird eher an einzelne Internetnutzer versandt und enthält oftmals fragwürdige Produkt- oder Dienstleistungsangebote. Emblematisch ist das unaufgeforderte Angebot von potenzsteigernden Pillen. Auch illegale Online-Casinos gehören dazu. Kollateraler Spam oder auch „Backscatter“ nennen sich Emails, die eine gefälschte Absenderadresse enthalten und an unbeteiligte Dritte gesandt werden. Diese Unbeteiligten werden in der Mail zumeist aufgefordert, auf einen Link zu klicken. Dabei können sie sich mit Malware infizieren.

Daneben gibt es noch andere Arten von Spam, die nichts mit Emails zu tun haben. Etwa der Telefon-Spam. Auch hier gibt es unterschiedliche Arten. Ping-Anrufe sind nur kurze Anrufe, welche den Telefonbesitzer zum Rückruf auffordern, wobei das anschließende Gespräch dann äußerst teuer für den Telefonbesitzer werden kann. Es können auch unerwünschte Kurzmitteilungen an Mobiltelefone verschickt werden.

Linkspam wird eine Tätigkeit bei der Suchmaschinenoptimierung bezeichnet, von der mittlerweile auch grundsätzlich abgeraten wird. Früher war es eine beliebte Methode, um einen besseren Rang in den Suchergebnissen von Google zu erlangen. Google ging damals so vor, dass wenn besonders viele Links auf eine Webseite führen, diese für Google erst recht relevant erschien. Die Webseite landet oben in den Suchergebnissen von Google, womit sich die Wahrscheinlichkeit erhöhte, dass der Suchende auf sie klickt. Durch den Spam von Links, teilweise in extra dafür erstellten Webseiten, wurde künstlich Relevanz vorgetäuscht. Mittlerweile erkennt und bestraft Google solches künstliche Link-Building.

Auch die sozialen Netzwerke sind vor Spam nicht gefeit. Über die Suchfunktion der Social Media-Seiten versucht man, an bestimmte Zielgruppen heranzukommen und ihnen Nachrichten und Kontaktanfragen zu schicken. Diese Nachrichten enthalten dann oftmals Links mit pornografischem Inhalt, Werbung oder gar schädliche Viren. Es ist also Ratsam immer auf der Hut zu sein.

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